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Rasenpflege

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Allgemeines

Der Begriff “Rasen” umfaßt die riesige Spannweite vom Parkrasen, Sportrasen bis hin zum Gebrauchsrasen oder zur Spielwiese. Die Nutzungswünsche des Besitzers stehen obenan und danach kann sich die Pflege richten.

Boden- und Feuchtigkeitsverhältnisse sind entscheidend für einen guten Rasen, ein tiefgründiger, wasserhaltender Boden ist bei Trockenperioden von Vorteil, leichte oder aufgeschüttete Böden dagegen erfordern häufiges Wässern.

Je dichter und tiefer ein Wurzelsystem ist, um so besser wird der Rasen Belastungen aushalten. Bei der Behandlung des Rasens sollte man die Wachstumsbedingungen der Gräser bedenken und prüfen, welchen Einfluß die jeweiligen Maßnahmen haben werden Bei den wichtigsten Rasengräsern (Dt. Weidelgras, Wiesenrispe, Straußgras, Schwingel) gibt es spezielle, für den Rasen gut geeignete Sorten, die allerdings ihren Preis haben. Es werden viele Mischungen angeboten. Es gibt darunter z. B. Mischungen für trockene Flächen oder Schattenrasen.

Mähen

Nicht zu tief mähen, 4 cm sollten der Pflanze bleiben, damit sie Blattfläche für die Assimilation hat.

Düngen

Obwohl Gräser recht anspruchslos sind, gedeihen sie optimal nur bei ausreichender Nährstoffversorgung mit den Hauptnährstoffen (N, P, K), während der Vegetation vor allem mit Stickstoff. In der Literatur wird für Zierrasen ein Jahresbedarf je Hektar von 150 - 200 kg N, 60 kg P2 O5, 100 kg K O angegeben.

Die Stickstoffdüngung muß sich über die ganze Wachstumszeit erstrecken, dabei hängt es von der Art des gewählten Düngers ab, wie oft Teilgaben einzusetzen sind (schnell oder langsam wirkende Formen.) Grundsätzlich kann nahezu jeder Stickstoffdünger -Dünger eingesetzt werden, doch muß man deren Eigenschaften beachten. Eine Nitratform ist sofort wirksam, aber schnell ausgewaschen. Hinzu kommen bei den in der Landwirtschaft üblichen und daher preiswerten Düngern (z. B. Kalkammonsalpeter) wegen der relativ hohen Salzkonzentration – zumal bei Trockenheit - schnell Verbrennungsschäden.

Die Industrie hat spezielle Rasendünger entwickelt, die eine langsamere Wirkung aufweisen. Das wird durch Umhüllung der Granulate, durch spezifische Stickstofformen oder durch Zusatz von Nitrifikationshemmern erreicht. Die meisten Spezialdünger enthalten zudem neben Stickstoff noch Phosphat und Kali. Die oft teueren organischen Düngemittel wirken ähnlich, sind aber hinsichtlich der Wirkungszeit schwerer abzuschätzen (Wärme und Feuchtigkeit für die Umsetzung).

Eine Kalkdüngung ist nur in größeren Jahresabständen erforderlich. Das Gras ist zwar tolerant bezüglich der Bodenreaktion, aber das Moos liebt saures Milieu, daher sollte schon aus diesem Grund eine Kalkung nicht vernachlässigt werden.

Wässern

Unter Bonner Verhältnissen sind Trockenperioden im Sommer üblich; wenn diese länger dauern, leidet der Rasen erheblich (je nach Boden), der Wuchs läßt nach, es kommt zu Schadstellen. Hier kann Beregnung helfen, allerdings sind kräftige Gaben notwendig.

Vertikutieren

Früher wurde die Rasenfläche nach jeder Mahd beim Zusammenrechen des Grases zwangsläufig gelüftet, das ist durch die Fangkörbe weggefallen. Daher kann beim Entstehen von Filz ein Vertikutieren erforderlich sein, um Luft - und Wasserdurchlässigkeit zu verbessern. Bei mageren Flächen ist dies weniger der Fall. Wenn beim Vertikutieren Lücken entstehen, muß nachgesät werden, ggf. auch gewässert, da sonst leicht Fehlstellen bleiben.

Vorsicht: Bei ungünstiger Witterung kann man mit Vertikutieren mehr Schaden als Nutzen anrichten, da die Graswurzeln beschädigt werden. Günstig ist eine anschließende Regenperiode.

Nachsäen

Wo kein Gras mehr ist, kann auch kein Gras nachwachsen! Das heißt, größere Lücken werden rasch mit Unkraut oder Moos besiedelt. Wenn also Lücken entstehen, z. B. durch Moosbekämpfung oder Vertikutieren, hilft nur eine gezielte Nachsaat.

Moosbekämpfung

Das Moos wächst praktisch immer, vor allem auch dann, wenn das Gras ruht. Es ist daher nach dem Winter überall zu finden. Im Schatten, unter Bäumen oder Sträuchern verdrängt es gegebenenfalls den Graswuchs ganz. Die beste Vorbeugung besteht darin, dem Gras optimale Wachstumbedingungen zu verschaffen,

d. h. eine dichte Rasennarbe (durch Düngung, Beregnung, gute Gräser, richtigen Schnitt).Eine direkte Bekämpfung kann mechanisch (Vertikutieren) oder chemisch (Eisen-II-Sulfat) erfolgen.

Unter Bäumen und Sträuchern kann sich unter Umständen ein Ersatz des Rasens durch immergrüne Pflanzen wie Efeu oder Immergrün anbieten.

Unkrautbekämpfung

Mechanische Entfernung kommt als einfachste Lösung in Betracht, wenn der Besatz nicht zu hoch ist. Herbizide für Rasen werden von verschiedenen Firmen angeboten. Gezielter Einsatz hinsichtlich Zeit und Dosierung ist wichtig. Dabei ist zu prüfen, ob die ganze Fläche oder nur bestimmte Stellen zu behandeln sind. Bei flächendeckender Behandlung kommen auch Rasendünger mit Herbizidzusatz in Betracht.

Mein eigener Rasen

Leider sind beim Hausbau nur 15-20 cm Mutterboden aufgefüllt worden, bei jeder Trockenperiode ist also Beregnung notwendig. Der ursprünglich schlechte Bestand (Weidemischung) konnte in vielen Jahren durch Nachsaaten verbessert werden.

Ich dünge alle zwei Jahre im Winter mit kohlensaurem Magnesiumkalk.

Zu Vegetationsbeginn gab ich früher einen NPK-Dünger (Basis etwa 30 kg N je ha), danach je nach Wuchs und Witterung mehrfach kleine Teilgaben (30 kg N) von Kalkammonsalpeter. Die große Abhängigkeit von den Niederschlägen hat mich mittlerweile in Verbindung mit den Angeboten an geeigneten Spezialdüngern dazu gebracht, auf diese Rasendünger zurück zu greifen. Bei meiner kleinen Rasenfläche von ca. 300 qm reicht für eine Gabe ein Eimer von ca. 4 - 5 kg; in einer Vegetation sind maximal drei Eimer erforderlich.

Ich mähe in der Hauptwachstumszeit wöchentlich, Schnitthöhe 4,5 cm und beregne bei Bedarf. Im Mai wird i.d.R. (nicht jährlich) vertikutiert und stellenweise nachgesät. Das Unkraut wird, soweit erforderlich, lokal bekämpft; vereinzelter Löwenzahn wird ausgestochen. Das unter Bäumen und Sträuchern unvermeidliche Moos, nehme ich bis zu einen gewissen Anteil in Kauf.

Als Hobbygärtner kann man sich diese permanente Arbeit für einen schönen Rasen zwar leisten, doch Boden, Witterung und Zeit setzen Grenzen und letztlich muß man mit einem relativ “Grünen Rasen” zufrieden sein, wenn man sich nicht ständig ärgern will.